Einer der wichtigsten Termine im Vereinsleben ist die Jahreshauptversammlung. Das vergangene Jahr wird resümiert, Einnahmen und Ausgaben werden dargelegt, der Vorstand legt Rechenschaft über sein Tun und Lassen ab. Verdiente und/oder langjährige Mitglieder werden geehrt. Die Verstorbenen des letzten Jahres werden nochmals in Erinnerung gebracht. Anträge werden eingebracht und abgestimmt. An diesen kann man oft die Richtung erkennen, in die ein Verein sich entwickeln möchte, bzw. die Herausforderungen ablesen, denen sich der Verein zu stellen hat.
Erster Vorsitzender Peter Norwig machte in seinen Redebeiträgen deutlich, dass die aktuelle finanzielle Basis des TSV nicht ausreiche, um den Verein zukunftsfest zu machen. Allein die Ausgaben für die vereinseigene Sporthalle überstiegen die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen um mehrere tausend Euro. Trotz der zuverlässigen Unterstützung durch die Stadt Baunatal seien die notwendigen Sanierungsmaßnahmen nicht zu stemmen. Energetische Modernisierung und Inklusions-konforme Umbauten seien Bedingungen für einen Sportbetrieb der Zukunft. Die Verbesserung der finanziellen Basis, notwendig um überhaupt öffentliche Projektförderungen in Anspruch nehmen zu können, soll auf zwei eigenen Säulen ruhen: eine moderate Erhöhung der Mitgliedsbeiträge (auf Antrag einstimmig von der Versammlung beschlossen) und die Teilnahme an einem Crowd-Funding-Projekt. Darüberhinaus sehe er die Stadt in der Pflicht, bei der Verteilung öffentlicher Gelder allen Ortsteilen gerecht zu werden.
Bürgermeister Henry Richter stellte klar, dass er das Gefühl der Ungleichbehandlung nachempfinden könne. Er stellte in seinen Ausführungen diverse Möglichkeiten vor, Förderungen für TSV-Belange zu generieren, und bot zeitnah ein grundlegendes Gespräch mit hochrangigen Vertretern aus Verwaltung, Magistrat und TSV-Offiziellen an.
Der Abend klang nach dem inhaltlich harten Stoff, der aber auf gut Guntershäuserisch konsensorientiert bearbeitet wurde, gewohnt harmonisch aus. Man saß noch lange nach Versammlungsende gemütlich beieinander, schnabulierte und trank Alters-, Klassen- und Geschlechtergrenzenübergreifend auf die Gemeinschaft im schönen Dorf am Fluss.